Glossar
Fahrrad-Jargon, entschlüsselt
30 Begriffe, die dir auf Datenblättern begegnen, verständlich erklärt.
- Reach
- Der waagrechte Abstand vom Tretlager bis zur Oberkante des Steuerrohrs. Mehr Reach heißt: ein längeres, gestreckteres Rad. Die nützlichste einzelne Zahl, um Größen verschiedener Marken zu vergleichen.
- Stack
- Der senkrechte Abstand vom Tretlager bis zur Oberkante des Steuerrohrs. Mehr Stack heißt: eine höhere Front und eine aufrechtere Haltung.
- Geometrie
- Die Winkel und Längen eines Rahmens. Sie bestimmt, wie ein Rad passt und sich fährt: Eine entspannte Endurance-Geometrie ist bequem und stabil, eine Race-Geometrie tief und agil.
- Endurance-Geometrie
- Ein Rennrad- oder Gravelrahmen mit mehr Stack und weniger Reach als ein Race-Rad, für eine aufrechtere, bequemere Haltung auf langen Strecken.
- Lenkwinkel
- Der Winkel der Gabel zum Boden. Flachere Lenkwinkel sind bei hohem Tempo und bergab stabil, steilere lenken schneller.
- Überstandshöhe
- Die Höhe des Oberrohrs dort, wo du über dem Rad stehst. Sie sollte ein paar Zentimeter unter deiner Schrittlänge liegen.
- Schrittlänge
- Deine Beininnenlänge, barfuß vom Boden bis in den Schritt gemessen. Zusammen mit der Körpergröße bestimmt sie die Rahmengröße.
- Rahmengröße
- Rennräder und Gravelbikes werden oft in cm angegeben (z. B. 54), Mountainbikes in Buchstaben (S–XL) oder Zoll. Die Größen sind zwischen den Marken nicht einheitlich.
- Schaltgruppe
- Schaltung und Bremsen als Set: Schalthebel, Schaltwerk, Kurbel, Kassette, Kette und Bremsen. Die wichtigsten Hersteller sind Shimano (Claris → Sora → Tiagra → 105 → Ultegra → Dura-Ace) und SRAM.
- 1-fach / 2-fach-Antrieb
- Die Zahl der Kettenblätter vorn. 1-fach ist einfacher, mit einem Kettenblatt und einer breiten Kassette, 2-fach hat zwei Kettenblätter für feinere Gangsprünge.
- Kassette
- Das Ritzelpaket am Hinterrad. Eine größere Bandbreite (z. B. 11–50) heißt leichtere Gänge für Anstiege.
- Nabenschaltung
- Gänge, die in der Hinterradnabe verbaut sind (z. B. Shimano Nexus, Enviolo). Sehr wartungsarm, und du kannst im Stand schalten. Beliebt an Citybikes.
- Riemenantrieb
- Ein Carbonriemen statt einer Kette. Kein Öl, kein Rost, sehr lange Lebensdauer. Braucht einen passenden Rahmen und meist eine Nabenschaltung.
- Hydraulische Scheibenbremsen
- Bremsen, die mit Flüssigkeit die Beläge auf eine Scheibe an der Nabe drücken. Kräftig, auch bei Nässe gleichmäßig und leicht zu bedienen. Oberhalb der Einsteigerklasse Standard.
- Federweg
- Wie weit Gabel oder Dämpfer einfedern können, in mm. XC etwa 100 mm, Trail 120–150 mm, Enduro 160–180 mm.
- Hardtail
- Ein Mountainbike mit Federgabel, aber ohne Hinterbaufederung. Leichter, günstiger und einfacher als ein Fully.
- Fully
- Ein vollgefedertes Mountainbike mit Federung vorn und hinten, für mehr Grip, Komfort und Kontrolle auf ruppigen Trails.
- Absenkbare Sattelstütze (Dropper Post)
- Eine Sattelstütze, die du während der Fahrt per Hebel am Lenker absenken kannst, damit der Sattel bergab nicht im Weg ist.
- Tubeless-Reifen
- Reifen ohne Schlauch, mit Dichtmilch im Inneren. Weniger Platten, und du kannst mit weniger Druck fahren, für mehr Grip und Komfort.
- Reifenfreiheit
- Der breiteste Reifen, der in Rahmen und Gabel passt. Wichtig bei Gravelbikes: Ab 40 mm fährst du auch auf schlechtem Untergrund bequem.
- Ösen
- Gewindebohrungen an Rahmen und Gabel für Flaschenhalter, Gepäckträger, Schutzbleche und Taschen. Mehr Ösen heißt: vielseitiger für Arbeitsweg und Touren.
- Mittelmotor
- Ein E-Bike-Motor an der Kurbel, der die Kette antreibt und so die Gänge des Rads nutzt. Ideal für Berge und ein natürliches Fahrgefühl (z. B. Bosch, Shimano, Yamaha).
- Nabenmotor
- Ein E-Bike-Motor in der Vorder- oder Hinterradnabe. Einfacher und günstiger, reicht für flache Stadtfahrten.
- Drehmomentsensor
- Misst, wie kräftig du trittst, damit der Motor passend dazu unterstützt, sanft und natürlich. Günstigere Trittfrequenzsensoren erkennen nur, dass du trittst.
- Wattstunden (Wh)
- Die Akkukapazität. 400–500 Wh reichen für die meisten Arbeitswege, 600–750 Wh sind besser für Berge, Lasten und lange Touren.
- Pedelec (EU)
- Die E-Bike-Klasse in der EU: Tretunterstützung bis 25 km/h mit 250-W-Motor, rechtlich ein normales Fahrrad. S-Pedelecs unterstützen bis 45 km/h und brauchen Versicherung und Kennzeichen.
- E-Bike-Klassen (USA)
- Klasse 1: Tretunterstützung bis 20 mph (32 km/h). Klasse 2: Gasgriff bis 20 mph. Klasse 3: Tretunterstützung bis 28 mph (45 km/h). Wo welche Klasse fahren darf, ist je nach Bundesstaat verschieden.
- Bikepacking
- Mehrtägige Touren mit Taschen direkt an Rahmen, Lenker und Sattelstütze statt an Gepäckträgern, leicht und gut für Schotter und Trails.
- Longtail
- Ein Lastenrad mit verlängertem Heck für Sitze, Taschen oder eine zweite Person. Fährt sich ähnlich wie ein normales Rad.
- Frontlader (Kistenrad)
- Ein Lastenrad mit einer Box vor dem Lenker, oft mit Sitzbank und Regenverdeck für Kinder. Trägt sperrige Lasten, ist aber länger und breiter als ein Longtail.